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Kleine Reifenkunde
#1
Diese  Betrachtung der Faller - Originalreifen in chronologischer Reihenfolge  sollte einigermassen sicherstellen, dass eine "korrekte" Vitrinenausstattung gewährleistet ist. 

Die Plattenchassis Varianten 1 bis 3 laufen auf den frühen „Trennscheiben“, Der Reifen ist halbiert und hat um die Nabe auf der halbierten Seite eine Aufkragung, damit er besser auf der Felge sitzt.

[Bild: img_6125uqd5x.jpeg]

[Bild: img_6135cgeel.jpeg]

Die Idee dahinter war, einen Reifen zu liefern, der sich gleichsam durch die auf den Fahrbahnteilen angesammelte Staubschicht schneidet und so hemmungsfreies Vorankommen garantiert.

Das funktionierte gar nicht … . Die hiesigen Reifenlieferanten waren auch nicht in der Lage, genügend Nachschub zu liefern, so wich man auf die amerikanischen Aurora Reifen aus, Diese haben grob geprägte Seitenwände und eine Aufstandsfläche mit einer umlaufenden Kerbe. Wahrscheinlich wollten die Amis damit Aquaplaningerscheinungen abhelfen … .


[Bild: img_6127x1dkp.jpeg]


[Bild: img_6128nzi3l.jpeg]

Das war auch nicht das Gelbe vom Ei, zumal diese Reifen etwas kleiner als die Originalreifen waren und die Modelle, die damit ausgerüstet wurden, das neue hoch bauende B 1-Chassis bekamen, was sie hochbeinig daherkommen liess. Wohl deswegen gab es auch später noch einmal die „Trennscheiben … oder man hatte im Lager noch einen Schwung gefunden … ?

Danach folgte dann die Einführung des wohl bekanntesten frühen Reifens, der schmalen Ausführung mit den engen Rillen, deren Durchmesser an der Aufstandsfläche nur etwa 1,3 mm beträgt.

[Bild: img_61298ocw9.jpeg]

[Bild: img_6130syfrl.jpeg]

Die US Ausstattung lief aus, wurde aber noch beim B 2 verwendet. Dort wurden jetzt die schmale Ausführung und die ersten „dickeren“ Rundschulter-„Continental“ Reifen verbaut. 

[Bild: img_6132vafgn.jpeg]

[Bild: img_6131qpiqh.jpeg]

Bis jetzt blieben die Felgen stets dieselben, grau und glatt. Nur die ganz frühen hatten ein Felgenhorn, genau so wie die nur kurz produzierten Sternfelgen für die Mercedes Modelle.

Ab dem B 3 Chassis, das mit den Doppelfeder-Schleifern, wurden die Felgen verchromt. Die gesamte B 3 Palette erhielt die bekannte schmale Ausführung mit den engen Rillen. ein Grund dafür dürfte gewesen sein, dass die hinteren Radhäuser der Porsche Super 90 Modelle breiterer Bereifung nur schwerlich tolerierten. Da blieben nur Bruchteile von Millimetern Toleranz.

Ab dem B 4 Chassis, bei dem jetzt die Speichenfelgen mit und ohne Felgenhorn auftauchen und später auch die Tiefbettfelgen, kommen jetzt die breiten „Continental“ mit gerader Aufstandsfläche zum Einsatz, welche die Porsche 911 Karosserie klaglos nutzen konnte. Hier schon in der "Tuning"-Version:Breite Reifen mit gerader Aufstandsfläche hinten, alte Dünne vorne. Eine beliebte Ausstattung bei den damaligen Fahrern.

[Bild: img_61338mfkz.jpeg]

[Bild: img_6134b2e46.jpeg]


Die Flachchassis hatten ab F 1 die breiten Rundschulter Reifen ohne „Continental“ Aufdruck, später in einer breiten und einer schmalen Version mit „Continental“-Aufdruck. Die Felgen waren grau oder verchromt ohne Horn, später auch schon Speichenfelgen. Ab dem F 3 Tiefbettfelgen. Ab dem F 2 Chassis - mit dem offenliegenden Kronradkasten - gab es nur noch die breite Version.

So weit so umfangreich. Geholfen haben mir neben eigenen Erfahrungen und meinem Altreifenkabinett die dezidierten Ausführungen von Mathis Rüther in seinem Kompendium über die Motoren- und Chassisvarianten, wo nebenbei auch das Reifen- und Felgenthema abgearbeitet wird. 

Last not least eine Bitte: Werft keine Altreifen weg. Wer welche übrig hat und nicht weiss, wohin damit, kann sie mir gerne  - natürlich gegen Portoersatz - schicken. 

Grüße
Ulrich
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#2
Moin Ulrich,

und ich dachte, es wäre schon fast alles im Thema Faller gesagt.
Aber nö, kommt der Ulrich daher und leistet mal wieder! einen Aufklärungsbeitrag hoher Güte.

Ich muss zugeben, das ich mir die Pneus nie so wirklich angekuckt habe und auch Mathis's Buch bei mir noch auf intensiveres Studium wartet (und nicht äußerst lukrativ weiter verscherbelt wird).

Ich persönlich verwende die stets hinten ausgetauschten Fallerreifen gegen die von Harald produzierten Silikonreifen anschließend immer auf der Vorderachse, wenn sie nicht hart oder brüchig sind.
Somit habe ich fast nie Ausschuss.
(Dank an Photoman DC, der sie mich bei der intensiveren Einführung ins Hobby und Aufbereitung meiner damaligen Autos geholfen hat und ich das erste Mal HK-Reifen fahren durfte und dabei bleiben werde).

Diese Art von Beiträgen sind so unendlich wertvoll für das AMS-Hobby.

PS: Wenn möglich, könntest Du bitte nochmal ein Foto einstellen, wo die unterschiedlichen Reifen erkennbar sind, damit auch jemand, der nur "schwarz" bei dem Thema sieht, den Reifen entsprechend zuordnen kann?
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#3
Hallo Ulrich,
die Reifen auf dem hellblauen Käfer mit der Rille sind nicht von Aurora!
Weder Vibrator noch T-Jets hatten solche Reifen.
Können die evtl. von Uniropa sein?
Ich habe einen Jaguar von denen mit solchen Reifen.
Gruss
Michael
Ich bin heute irgendwie neben der Spur.Ist schön hier! Tongue 
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#4
Danke Thomas und Christoph.

Das ist derzeit extrem schwierig von der Beleuchtung hier, Christoph. Deswegen habe ich die Autos mit fotografiert, da kommt das Reifenbild besser rüber. Aber ich arbeite dran! Für ein buch wird es dann besser ... aber das dauert noch. Derzeit weiss ich noch zu wenig ... .

Grüße
Ulrich
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#5
Rolleyes ...da war ich wohl wieder mal zu schnell mit der Frage nach erläuternden Bildern oder Du zu langsam mit den Fotos Tongue Blush Big Grin


dann mach'mal hinne Wink ....so ein Buch würde sich gut bei mir machen!
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#6
(13-04-2023, 11:23)historic-route-66 schrieb: Hallo Ulrich,
die Reifen auf dem hellblauen Käfer mit der Rille sind nicht von Aurora!
Weder Vibrator noch T-Jets hatten solche Reifen.
Können die evtl. von Uniropa sein?
Ich habe einen Jaguar von denen mit solchen Reifen.
Gruss
Michael

Das kommt schon hin, Michael,

Hier ein original verpackter B-190SL mit denselben Reifen, weit, schmal gerillt, einseitig glatt. 

[Bild: img_6136lgf8p.jpeg]

Aurora hat später noch andere Reifen gemacht, ähnlich den dann bei Faller gebräuchlichen. Könnte es sein, dass Uniropa da auch zugekauft hat - beim Klassenfeind ... grins. Immerhin hat man auch Matchbox importiert ... .

Begebe mich aber nochmal auf Spurensuche!

Grüße
Ulrich
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#7
Moin Ulrich,

super, sehr interessanter Bericht Smile .

Ich habe sogleich meine Altreifen untersucht und neu geordnet. Dabei ist mir aufgefallen, dass insbesondere die "Continental"-Reifen unterschiedliche Durchmesser - wahrscheinlich durch Gebrauch - haben. Auch sind unterschiedlich hart - von mumifiziert bis seidenweich.

Bei deinen Bildern kann ich leider den Unterschied zwischen den beiden letzten Typen nicht erkennen. Sind sie unterschiedlich dick?
ciao michaelo
... und wer zuletzt aufgibt gewinnt.
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#8
Hallo Michael,

erstere sind die schmaleren Rundschulterreifen, letztere die dickeren mit der geraden Aufstandsfläche.

Grüße
Ulrich
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#9
(13-04-2023, 16:05)Ulrich schrieb: erstere sind die schmaleren Rundschulterreifen, letztere die dickeren mit der geraden Aufstandsfläche.
Danke für die Info, Ulrich.

Ich hatte vermutet, dass nicht nur der unterschiedliche Reifendurchmesser sondern auch die unterschiedliche Dicke durch den Gebrauch entstanden sind Smile .
ciao michaelo
... und wer zuletzt aufgibt gewinnt.
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#10
Du meine güte, da hast du dir aber Arbeit gemacht. Und das neben deinem Hobby, das auch Arbeit macht. ??
Immerhin lerne ich bei dir viel.
Viel Spaß... wobei auch immer. Big Grin Klaus
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#11
Regenzeit, Klaus Wink
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