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Eigenbau-Chassis #5, K30 Doppelantrieb
#1
Hallo Jungs,

hier ein paar Einzelheiten zum Doppelantrieb-Chassis mit dem Can-Motor K30 (teilweise schon beschrieben und bebildert im Beitrag zum Maserati Tipo 61). 
Weil diese Metall-Karosserie im Mittelbereich so niedrig ist und aufgrund ihres - trotz Ausfräsen - immer noch höheren Gewichts, habe ich mir mal testweise mal diese Chassis-Variante überlegt.

Grundgedanke 1 und 2: Mehr Antriebsleistung und bessere Bremse durch 2 Motoren:
Für die Hinterachseinheit habe ich, als Ausgangsbasis, erstmal mein normales Hinterachsteil aus dem Chassis #4 genommen.
   


Grundgedanke 3: Sehr niedrige Bauweise wegen der Maserati-Karosserie
   


Hinterachseinheit, hier schon an die Karosserie angepasst, der vordere weiße Quersteg (an den Motoren) musste für Fahrer und tiefen Innenraum entfernt werden. Dafür zur Stabilisierung hinten einen neuen Quersteg angeklebt. Hinterachs-Profil wie beim Chassis #4 ist ein U-Profil (PVC 15,5mm) aus dem Baumarkt.
Die beiden Motoren werden später unten mit Teppichklebeband auf der Chassis-Bodenplatte verklebt und sind oben mit Tesa-Gewebeband miteinander fixiert. Die 1mm Epoxy-Bodenplatte hat hier noch Überlänge.
   


Hier sieht man, warum die Hinterachseinheit für den tiefen Innenraum derart stark beschnitten/verändert werden musste. 
Die eingelegten Motoren liegen unter dem Niveau der Türoberkanten.
   


Die Einbauhöhe des Fahrers passt zur Höhe seiner "Nackenstütze".
   


Hier kommt die Vorderachseinheit dazu. Ausgeführt im Grunde so, wie bereits im Chassis #4 bewährt.
   


Chassis von unten, Schleifer- und Federaufnahmen.
   


Fast fertig. 
Beide Motoren werden noch in Reihe verkabelt, sodass sie jetzt nicht mehr mit 3V Betriebsspannung verlangen, sondern schon mal im 6V-Betrieb laufen. Die zusätzliche Hoffnung, dass ich deshalb vielleicht auf einen Zwischenwiderstand verzichten könnte, hat sich mit der Massnahme aber leider nicht erfüllt. Mit 10 Ohm sind sie etwas geschützt, werden aber trotzdem leistungsmäßig gefordert. Die blanken Stellen der Kabel bekommen wegen der Metall-Karosserie zum Schluß noch eine Isolierung aus Abdecklack.
Einer der beiden Motoren muss bei dieser Kronenzahnrad-Anordnung zwingend in entgegengesetzter Drehrichtung laufen, sonst gibt es gleich durchgebrannte Wicklungen!!!
Hier sind jetzt auch die beiden Seitenwände angeklebt. Sie fixieren die beiden Motoren seitlich und dienen gleichzeitig zur Verbindung mit der Karosserie (mittels geschäumten, festem Doppelklebeband).
   


Bauhöhe im Bereich der Motoren samt Klebebänder ist 7,5mm. Alle 4 Felgen sind Tomy-Vorderfelgen (hinten auf Tomy-Hinterachse 1,6mm aufgebohrt). Die vorderen Felgen mussten wegen des schmalen Maseratis innen abgedreht/schmaler gemacht werden.
Im Bereich der Radkästen, da wo man hineinsehen kann, schwärze ich i.d.R. die Chassis-Seiten. Ansonsten bleibt das Chassis farblich unbehandelt, um jederzeit bestmöglich kleben zu können oder eventuelle Schäden besser zu erkennen.
   


Da das Chassis von Hause aus ziemlich leicht ist und die kleinen K30-Motoren so gar keine eigene Magnet-Haftwirkung mitbringen, ist das Chassis auf Gewichte oder Haftmagnete angewiesen. Selbst die Schleiferfedern hebeln es schon aus dem Slot.
Da die Magnete die kleinen Motoren beim Runterbremsen des Fahrzeuge auch noch stark unterstützend wirken, ist es für mich keine Option, Gewichte zu verwenden, die durch Erhöhung der Masse beim Bremsen eher das Gegenteil bewirken.

Hier ist die 1mm Grundplatte auf beitseitig 0,8mm von unten eingefräst und dünne 1mm-Haftmagnete eingeklebt. Leider hatte ich keine kleineren Magnete mit 1mm Dicke. In dieser Konstellation waren die Magnete für die kleinen Motoren leider zu stark.
   
Ein zuviel an Magnethaftwirkung lässt sich in solchen Fälle reduzieren durch "abschleifen" reduzieren. Die durch Schleifen eingebrachte Wärme reduziert die Magnetkraft. Aber mit Vorsicht anwenden! In kleinen Schleifschritten vorgehen, sonst hat man schnell des Guten zuviel getan und Wirkung des Magneten drastisch reduziert! Außerdem, bei zu viel Wärme versagt der Sekundenkleber auch noch.
Meine Schleifspuren sind hier in Fahrtrichtung vorn zu sehen. Hätte hier beim Prototypen auch etwas weniger schleifen sollen... Confused

Trotzdem ist die Fahrbarkeit (bei 10 Ohm Zwischenwiderstand) mit einer leichten Kunststoffkarosserie ziemlich schnell. Mit dem etwas schwereren Maserati muss man sich in den engeren Kurven etwas zurücknehmen...
Das Chassis wiegt 15,0g. 


BG
Hebi
"... beim Beschleunigen müssen die Tränen der Ergriffenheit waagerecht zum Ohr abfließen"   Walter Röhrl 
  -  Wer später bremst, fährt länger schnell  -

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#2
Moin Hebi,

spannendes Projekt  Cool .

Wie gleichst du die Fertigungstoleranzen der beiden Motoren aus? Ist das der Grund für den 10 Ohm Widerstand?
ciao michaelo
... und wer zuletzt aufgibt gewinnt.
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#3
(08-09-2026, 13:49)mos schrieb: Moin Hebi,
Wie gleichst du die Fertigungstoleranzen der beiden Motoren aus? Ist das der Grund für den 10 Ohm Widerstand?
Hallo Michaelo,

die Fertigungstoleranzen kann man, denke ich, gar nicht in allen Drehzahlbereichen ausgleichen. 

Ich sehe das eher pragmatisch: 
Beide Motörchen bekommen bei mir den schnellsten Strom, voll mit allerfeinsten Elektronen und Ionen. Damit können sie machen was sie wollen, nur richtig vorwärts soll es gehen. Außerdem hängen sie an einer Starr-Achse, also können an der Hinterachse keine unterschiedlichen Drehzahlen entstehen. Angenommen, der Zweite, schwächere Motor, bringt im Vergleich nur 75% der Leistung, dann sind das immer noch mehr als wenn einer allein antreibt.

Vielleicht kann man das auch mit zwei Radlern auf einem Tandem vergleichen. 
Der Eine sitzt vorne und gibt richtig Gas, der Andere sitzt hinten und staunt und freut sich, stampelt mit, macht sich aber nicht so absolut fertig... Und wenn der Vordermann ein bisschen heiß läuft und seine Trittfrequenz/Wirkungsgrad etwas sinkt, dann übernimmt er mal kurz etwas mehr von der Gesamtleistung weil er sich ja (theoretisch) noch nicht im roten Bereich befindet.
Selbst wenn er, im Vergleich nur 75% der Leistung bringt, dann hilft es immer noch dem Vordermann.

Und in zwei Bremsen, gerade weil sie nicht stark sind, sehe ich eher einen als Vorteil als in nur einer schwachen Bremse.


Zu dem 10 Ohm-Widerstand:
Die kleinen 3V-Motoren bei meiner 15V-Anlagespannung mit einem Widerstand zu schützen, dass hast du mir ja bei meinem Lotus/Bugatti-Projekt sehr ans Herz gelegt. Und du hast damit ja auch völlig recht, ist mir ja auch dann beim Testen im Oval ein schöner 3V-Sol-Expert-Motor abgeraucht.


Bis später Michaelo, und Grüße von einem, der noch nie auf einem Tandem gesessen hat
Hebi
"... beim Beschleunigen müssen die Tränen der Ergriffenheit waagerecht zum Ohr abfließen"   Walter Röhrl 
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