ich bin gerade dabei, den Unterbau für eine große AMS-Stadtbahn anzufertigen, Streckenlänge ist etwas über 60 m. Da muss eine regelmäßige Stromversorgung her, ist mir klar. Aber welchen Querschnitt sollte die Ringleitung haben? 0,75mm² oder 0,5mm² oder kann es noch weniger sein (glaube ich eher nicht)? Und welcher Querschnitt ist für die kurzen Zuleitungen empfehlenswert? 0,25mm²?
Danke schon mal für eure Antworten
und allzeit gute H0-Fahrt
Robert
bei der Stadtbahn wirst du Faller- oder T-Jet- oder vergleichbare Chassis fahren. Die haben eine typische Stromaufnahme von 100 mA, rechnen wir mit Reserven, dann sind es maximal 200 mA.
Vereinfacht ergibt sich bei einer Ringleitung und einer Bahn von 60 m ein Weg von 120 m - der Strom will ja schließlich zurück. Weiter vereinfacht nehmen wir ein einziges Autochen (mit 100 mA) an. Bei einer Kupferleitung von 0,5 mm² würde der Spannungsabfall dann gerade Mal 0,42 V betragen!
Das Beispiel setzt natürlich eine optimale elektrische Verbindung insbesondere der Verbindungsstifte voraus. Aber es zeigt, dass wir Stadtbahner gar nicht so große Querschnitte benötigen. Gegen die Schwachstelle durch die Verbinder hilft dein Plan mit den mehreren Einspeisungen.
(Auf der OpenDCC-Seite gibt es übrigens eine ausführliche Erklärung der Zusammenhänge und einen Widerstandsrechner, mit dem ich die Werte ermittelt habe. Mit ein wenig Ausprobieren kannst du verschiedene Werte überprüfen.)
Es sind noch ein paar weitere Faktoren wichtig:
Wieviel Autos sollen denn maximal gleichzeitig fahren? Wie sieht der Streckenverlauf ungefähr aus - mit Kreuzungen, Weichen? Willst du analog oder digital fahren?
Anmerkung: Erst bei einem Geschoss mit hungrigen 3,5 A (Wizzard III) fallen bei den angenommenen Daten mit einem Querschnitt von 1,5 mm² knapp 5 V ab - da sollte man schon andere Maßnahmen treffen.
ciao michaelo ... und wer zuletzt aufgibt gewinnt.
26-11-2024, 18:30 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 26-11-2024, 18:32 von RobertC.)
Danke, Kollegen, jetzt bin ich schon deutlich schlauer. Zu den Fragen vom @mos : ich werde analog fahren, mit maximal 8 Fahrzeugen gleichzeitig. Die Anlagenform ist wie ein großes Hufeisen bzw. eher wie ein großes "G". Abmessungen meines Hobbyraums 4x4 m. Es wird drei Doppelkreuzungen 4722 geben, 12 Doppelabzweigungen 4712 und ca. 16 oder 17 Abzweigungen 4710 bzw. 4558. Und - soviel verrate ich schon mal vorab - es wird eine Autofähre geben (der entsprechende Autotransportwagen bekommt als Verkleidung ein Schiff außen herum, die rheinischen Karnevalsjecken haben mich mit ihren Rosenmontagswagen dazu inspiriert!). Und eine Schiene-Straße-Kombination sowieso. Lautsprecherkabel habe ich sogar hier noch liegen, sind aber nur noch knapp 8 Meter. Aber das gibt's ja in jedem guten Baumarkt.
Allzeit gute H0-Fahrt - Robert
das hört sich nach viel Arbeit, aber anschließendem regen Verkehrspiel an .
(26-11-2024, 18:30)RobertC schrieb: ... ich werde analog fahren, mit maximal 8 Fahrzeugen gleichzeitig.
Vermutlich zwei getrennte Streckenteile mit jeweils zwei Stromkreisen im Halbwellenbetrieb, oder?
Damit wird jede Einspeisung maximal ein Auto versorgen müssen: Zwei auf einer Spur mit erst positiver, dann negativer Halbwelle.
Da hast du viel Luft nach oben. Die (vier) Ringleitungen kannst du dann mit 0,5 mm² - 0,75 mm² wählen. Für die Zuleitung zu den Schienen reichen sogar die Fallerleitungen (0,22 mm² ?).
(26-11-2024, 18:30)RobertC schrieb: Es wird drei Doppelkreuzungen 4722 geben, 12 Doppelabzweigungen 4712 und ca. 16 oder 17 Abzweigungen 4710 bzw. 4558.
Da würde ich dir empfehlen, die Abschnitte jeweils beidseitig zu isolieren und für jede abzweigende Strecke eine separate Zuleitung zu machen. Damit kannst du die Abschnitte abschalten und andere Autos in die Stadt schicken.
(26-11-2024, 18:30)RobertC schrieb: ... soviel verrate ich schon mal vorab - es wird eine Autofähre geben (der entsprechende Autotransportwagen bekommt als Verkleidung ein Schiff außen herum, ...
Ja, das ist eine heiße Idee - bitte unbedingt Bilder einstellen, wenn es soweit ist
ciao michaelo ... und wer zuletzt aufgibt gewinnt.
28-11-2024, 15:43 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 29-11-2024, 12:34 von RobertC.)
Hallo Michaelo,
ja, wird alles noch recht spannend und seine Zeit brauchen. Ans Abschalten einzelner Abschnitte hatte ich auch schon gedacht, ich hab eine Tankstelle geplant, die mit der 4712 aus beiden Richtungen anfahrbar ist, das eignet sich in jedem Fall zum Fahrzeugwechsel. Des weiteren ist ein vierständiges Feuerwehrhaus, eine dreiständige Polizeistation und eine dreiständige BRK-Wache mit zusätzlicher RTW-Vorfahrt am Krankenhaus vorgesehen. Am Bahnhof wird eine Bushaltebucht und eine Taxispur Platz finden und zuletzt ein Campingplatz (einspurige Zufahrt, die Gegenrichtung muss im Hotel übernachten ). Mal schauen ob ich noch eine Tiefgarage unterbringe, da wäre auch noch mehrfacher Fahrzeugwechsel drin. Auf youtube gibt's da ein recht schönes Video zu zuschaltbaren Parkplätzen. Ja, und die Autofähre, das wird mit das spannendste Projekt, derzeit suche ich noch einen flachen Niederflurmotor, um den Faller-Autotransportwagen zu motorisieren. Von echtem Wasser lasse ich lieber die Finger, daher muss die Fähre auf Schienen übers Wasser fahren.
Salut und allzeit gute H0-Fahrt, Robert
Noch eine Frage fällt mir ein: um einzelne Streckenabschnitte von der Hauptstrecke zu isolieren, muss ja auf die Kupfer- bzw. Messingverbinder der Fahrbahnteile verzichtet werden. Was lässt sich stattdessen verwenden, damit die Straßenteile exakt miteinander verbunden werden?
Hallo Robert
Ich würde, wenn du die normalen Schienen hast in jede Fahrbahn einen Verbinder stecken und dann zusätzlich diese Klammer mit anbringen.
Bei der einspurigen nur einen Verbinder.
Kannst aber auch mal schauen ob bei den Gebäudespritzlingen der Rand evtl die passende Größe hat.
Gruß Wolfgang
Nicht mehr zu gebrauchen ist es erst wenn keiner mehr was damit anfangen kann
(29-11-2024, 12:38)RobertC schrieb: ... um einzelne Streckenabschnitte von der Hauptstrecke zu isolieren, ... Was lässt sich stattdessen verwenden, damit die Straßenteile exakt miteinander verbunden werden?
Wie auch Wolfgang schreibt, kann ein Griff in die Grabbelkiste helfen:
Oben und links mit in der Dicke passenden und in der Länge gekürzten Spritzlingsresten. Rechts die Faller-Isolierverbinder.
Vorwitzige Leiter kann man mit Zubehör aus dem Büroartikelbedarf gegeneinander isolieren:
Hier mit so genannten Lochverstärkern. Wenn die auch schon Mal über die Fahrbahndecke ragen, muss man sie mit einem scharfen Skalpell kürzen.
Und hier mein Favorit, allerdings aufwändiger, mit passend ausgeschnittenen Streifen aus Trennblättern.
Die Steckverbinder sind ein Tipp von Loddar M (Steinel PVC-Kunststoff-Schweißdraht , 073114) mit dem einigermaßen passenden Durchmesser.
Etwas kniffelig ist der Längsschnitt für die Leiterbahnen. Der musss aber nicht genau sein .
(29-11-2024, 13:29)Wolfgang schrieb: Ich würde, wenn du die normalen Schienen hast in jede Fahrbahn einen Verbinder stecken und dann zusätzlich diese Klammer mit anbringen. Bei der einspurigen nur einen Verbinder.
Die Klammern passen leider nicht auf die einspurigen Schienen (es fehlt der Randstreifen), so dass sich bei dem einem Verbinder auch die Schienen verdrehen können.
In jedem Falle würde ich immer beidseitig isolieren, was wegen den Mehrfacheinspeisungen sowieso sinnvoll ist.
ciao michaelo ... und wer zuletzt aufgibt gewinnt.