12-08-2014, 23:15
Hallo Dieter,
so schwarz darfst du das nicht sehen. AMS wurde in den 60er Jahren von Faller als 'Verkehrsspiel für die ganze Familie' konzipiert, und das bleibt es auch. Angedacht war damals, daß jeder Mitspieler einen Fahrtregler kriegt und damit sein Fahrzeug steuert. Da spielt das Anfahrverhalten keine so große Rolle, dreht man halt einfach etwas weiter auf und schon geht's (vorausgesetzt, der elektrische Kontakt funktioniert - und das war auch damals schon das große Problem). Uns so langsam, als in etwa maßstabsgerecht, wollte wahrscheinlich sowieso niemand fahren. - Auch hat Faller meiner Meinung nach nie an (halb-)automatischen Betrieb gedacht, wie vielen von uns das heute vorschwebt. Zwar tauchten im Faller-Magazin damals Vorschläge auf, z.B. Ampelkreuzung, wo die Autos automatisch bei Rot halten und bei Grün weiterfahren. Wenn Faller diese Idee hätte umsetzen wollen, hätten sie in ihr Fahrbahnprogramm sicher Stopp-Fahrbahnen, isolierte Schienenverbinder und solche Sachen aufgenommen. - Außerdem war es damals durchaus zeitgemäß, die Motoren wartungsfreundlich zu bauen, war ja 'in echt' auch so.
Die Versuche, die ich mache, sehe ich allerhöchstens als konsequente Weiterentwicklung der Faller-Idee. Da Faller das AMS ja nicht weiterentwickelt, müssen wir das eben selbst machen. In den letzten 50 Jahren wurde technisch vieles weiterentwickelt, woran man damals noch gar nicht denken konnte. Uns so sind z.B. heute kleine Elektromotoren auf dem Markt, die eben schon mit sehr geringer Spannung anlaufen. Bedenke nur mal die riesige Fläche der Kohlen bei einem Flachankermotor. Ist doch gar kein Wunder, daß da erst mal viel Kraft nötig ist, um diese (Haft)-Reibung zu überwinden. Blockmotore sind da etwas besser.
Anderes Beispiel sind die Digitaldecoder: Die Halbwellentechnik, wie sie Faller eingesetzt hat, war ja praktisch schon eine erste Form davon, allerdings gab es halt nur zwei Fahrzeugadressen. Heute gibt es eben tausende, und ich finde das Klasse.
Also, zu deinen Fragen: Die Motoren, die ich einsetze, sind eben neu und vom Hersteller gut eingestellt. Außerdem haben sie, wie oben schon geschrieben, eine sehr niedrige Anlaufspannung. Warum sie bei Bergaufwärtsfahrten besser ziehen und abwärts nicht so stark beschleunigen, kann ich dir nicht sagen. (kriegt man aber bei den Faller-Motoren im Digitalbetrieb leicht in den Griff). Wie gut man Faller-Motoren einstellen kann, weiß ich nicht. Jedenfalls habe ich zwei oder drei Flachanker, die sehr schön laufen, und das auch schon bei geringer Spannung. Allerdings bruchen die schon wieder eine so niedrige Spannung, daß andere, etwas schlechtere Motore, erst gar nicht losfahren. Kann ich also nur digital benutzen, weil ich da die Spannung für jedes Fahrzeug individuell einstellen kann.
@mos: Erste Versuche an einer Doppelabzweigung mit Metallzunge habe ich erst mal abgebrochen. Bei der linksabbiegenden Spur fuhren die Fahrzeuge immer in den Slot der Gegenspur. Hier müßte man eine Art Rückschlagklappe einbauen. Das habe ich schon mal mit einem Metallstreifen aus sehr dünnem Material erfolgreich probiert. (Bei meinen Eigenbau-Abzweigen habe ich einen anderen Radius gewählt, sodaß die Kreuzung der Slots etwas steiler ausfällt).
Andererseits bleiben die Fahrzeuge teilweise an dem festen Teil der Metallzunge hängen bzw. klemmen in dem zu kleinen Spalt zwischen Metall-Leitstreifen und Slotrand. Außerdem stoßen sie häufig an die Kunststoffspitze direkt hinter der Schaltzunge. Ich werde also erst mal Abzweige nit Kunststoffzunge raussuchen, um die Tests weiterzuführen.
Über den elektrischen Kontakt konnte ich mich nicht beklagen, der war beim Überfahren der Abwzeige immer sehr gut, ich sah auch keine Funkenbildung.
Ich habe übrigens jetzt alle meine Chassis mit den oben beschriebenen Schleifern ausgestattet - und plötzlich habe ich lauter fahrbereite Fahrzeuge. Alle liefen nach Einbau der Schleifer sofort an und drehten ihre Runden auf meinem Testkurs. Wenn also jemand Chassis hat, die er schon längst aufgegeben hat: baut euch mal solche Schleifer wie auf dem Bild. Die meisten Chassis werden damit wieder flügge!
Noch ein Wort zur Haltbarkeit: Meine Litzenschleifer halten garantiert nicht so lange wie die Originalschleifer, da ich sie aber mit billiger Entlötlitze immer wieder reparieren kann, kann ich sie viel länger benutzen. Vor allem kann ich dazu alte, abgenutzte Originalschleifer nehmen.
Wie lange die Motoren halten, kann ich nicht sagen. Kann sein, daß sie die Lebensdauer der Faller-Motoren nicht erreichen. Aber sie sind schnell ausgewechselt, und zumindest bei dem X-Slot 143 hält sich der Preis mit 4,95 € auch in Grenzen. (die anderen sind mit 9,95 bzw. 17,95 und 19,95) schon reichlich teuer).
Ich habe jedenfalls durch das bisher erreichte wieder viel mehr Freude an meinen alten Schätzen.
Gruß
Hubert
so schwarz darfst du das nicht sehen. AMS wurde in den 60er Jahren von Faller als 'Verkehrsspiel für die ganze Familie' konzipiert, und das bleibt es auch. Angedacht war damals, daß jeder Mitspieler einen Fahrtregler kriegt und damit sein Fahrzeug steuert. Da spielt das Anfahrverhalten keine so große Rolle, dreht man halt einfach etwas weiter auf und schon geht's (vorausgesetzt, der elektrische Kontakt funktioniert - und das war auch damals schon das große Problem). Uns so langsam, als in etwa maßstabsgerecht, wollte wahrscheinlich sowieso niemand fahren. - Auch hat Faller meiner Meinung nach nie an (halb-)automatischen Betrieb gedacht, wie vielen von uns das heute vorschwebt. Zwar tauchten im Faller-Magazin damals Vorschläge auf, z.B. Ampelkreuzung, wo die Autos automatisch bei Rot halten und bei Grün weiterfahren. Wenn Faller diese Idee hätte umsetzen wollen, hätten sie in ihr Fahrbahnprogramm sicher Stopp-Fahrbahnen, isolierte Schienenverbinder und solche Sachen aufgenommen. - Außerdem war es damals durchaus zeitgemäß, die Motoren wartungsfreundlich zu bauen, war ja 'in echt' auch so.
Die Versuche, die ich mache, sehe ich allerhöchstens als konsequente Weiterentwicklung der Faller-Idee. Da Faller das AMS ja nicht weiterentwickelt, müssen wir das eben selbst machen. In den letzten 50 Jahren wurde technisch vieles weiterentwickelt, woran man damals noch gar nicht denken konnte. Uns so sind z.B. heute kleine Elektromotoren auf dem Markt, die eben schon mit sehr geringer Spannung anlaufen. Bedenke nur mal die riesige Fläche der Kohlen bei einem Flachankermotor. Ist doch gar kein Wunder, daß da erst mal viel Kraft nötig ist, um diese (Haft)-Reibung zu überwinden. Blockmotore sind da etwas besser.
Anderes Beispiel sind die Digitaldecoder: Die Halbwellentechnik, wie sie Faller eingesetzt hat, war ja praktisch schon eine erste Form davon, allerdings gab es halt nur zwei Fahrzeugadressen. Heute gibt es eben tausende, und ich finde das Klasse.
Also, zu deinen Fragen: Die Motoren, die ich einsetze, sind eben neu und vom Hersteller gut eingestellt. Außerdem haben sie, wie oben schon geschrieben, eine sehr niedrige Anlaufspannung. Warum sie bei Bergaufwärtsfahrten besser ziehen und abwärts nicht so stark beschleunigen, kann ich dir nicht sagen. (kriegt man aber bei den Faller-Motoren im Digitalbetrieb leicht in den Griff). Wie gut man Faller-Motoren einstellen kann, weiß ich nicht. Jedenfalls habe ich zwei oder drei Flachanker, die sehr schön laufen, und das auch schon bei geringer Spannung. Allerdings bruchen die schon wieder eine so niedrige Spannung, daß andere, etwas schlechtere Motore, erst gar nicht losfahren. Kann ich also nur digital benutzen, weil ich da die Spannung für jedes Fahrzeug individuell einstellen kann.
@mos: Erste Versuche an einer Doppelabzweigung mit Metallzunge habe ich erst mal abgebrochen. Bei der linksabbiegenden Spur fuhren die Fahrzeuge immer in den Slot der Gegenspur. Hier müßte man eine Art Rückschlagklappe einbauen. Das habe ich schon mal mit einem Metallstreifen aus sehr dünnem Material erfolgreich probiert. (Bei meinen Eigenbau-Abzweigen habe ich einen anderen Radius gewählt, sodaß die Kreuzung der Slots etwas steiler ausfällt).
Andererseits bleiben die Fahrzeuge teilweise an dem festen Teil der Metallzunge hängen bzw. klemmen in dem zu kleinen Spalt zwischen Metall-Leitstreifen und Slotrand. Außerdem stoßen sie häufig an die Kunststoffspitze direkt hinter der Schaltzunge. Ich werde also erst mal Abzweige nit Kunststoffzunge raussuchen, um die Tests weiterzuführen.
Über den elektrischen Kontakt konnte ich mich nicht beklagen, der war beim Überfahren der Abwzeige immer sehr gut, ich sah auch keine Funkenbildung.
Ich habe übrigens jetzt alle meine Chassis mit den oben beschriebenen Schleifern ausgestattet - und plötzlich habe ich lauter fahrbereite Fahrzeuge. Alle liefen nach Einbau der Schleifer sofort an und drehten ihre Runden auf meinem Testkurs. Wenn also jemand Chassis hat, die er schon längst aufgegeben hat: baut euch mal solche Schleifer wie auf dem Bild. Die meisten Chassis werden damit wieder flügge!
Noch ein Wort zur Haltbarkeit: Meine Litzenschleifer halten garantiert nicht so lange wie die Originalschleifer, da ich sie aber mit billiger Entlötlitze immer wieder reparieren kann, kann ich sie viel länger benutzen. Vor allem kann ich dazu alte, abgenutzte Originalschleifer nehmen.
Wie lange die Motoren halten, kann ich nicht sagen. Kann sein, daß sie die Lebensdauer der Faller-Motoren nicht erreichen. Aber sie sind schnell ausgewechselt, und zumindest bei dem X-Slot 143 hält sich der Preis mit 4,95 € auch in Grenzen. (die anderen sind mit 9,95 bzw. 17,95 und 19,95) schon reichlich teuer).
Ich habe jedenfalls durch das bisher erreichte wieder viel mehr Freude an meinen alten Schätzen.
Gruß
Hubert

