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Eigenbau-Chassis #3, schmal, für 67er Lotus
#30
Hallo Jungs,

hier der Abschluß des Bauberichts zum Lotus 49 - Chassis.
Hat etwas gedauert, weil ich in den letzten Wochen immer nur sporadisch etwas Zeit zu weiterbauen gefunden habe.

Nachdem mir der schöne 5-polige Sol-Expert M700L Motor (3,7V) durch mein übermäßiges Heizen mit 15Volt eingegangen ist, war ich gespannt, wie sich der K30-Motor im Lotus macht. 

Hier 2 Fotos des geöffneten Sol-Motors. Nicht besonders gut in der Bildschärfe, aber man kann schon erkennen, wie filigran die Teile gefertigt sind.
Zunächst der Größenvergleich zum K30 (6mm hoch, 8mm breit), sowie das Chassis mit der zugespachtelten Mulde des 7mm Durchmesser-Vorgängermotors.
   

Demontiert
   

Die feine hohle 5-polige Kupferwicklung, links im Bild der winzige, 1,2mm! dicke Kommutator/Kollektor. 
Wahnsinn, was der Kleine für eine Leistung abgegeben hat... 
   

Der K30 im aufgeklebten Zustand. Es wird schon sehr viel enger unter der Karosserie.
   
Um diesen Motor nicht wie den Sol-Expert, zu killen, fahre ich ihn (großes Indianer-Ehrenwort!), wie auch den Sol-Expert im Bugatti 35, inzwischen nur noch mit einem 15 Ohm Zwischenwiderstand am roten Regleranschluß. 

Die neue, verbesserte Schleifer-Ausführung:
Wie schon vorher beschrieben, ist es wegen der ungünstigen Breite der Lotus-Metallkarosserie nicht möglich, vorne, nach oben federnde Schleiferteile zu haben. 
Was es auch so schwierig macht: Für die gesamte Schleifer-Feder-Konzeption stehen bei der sehr flachen Bauweise des Lotus unter dem Chassis im eingefederten Zustand nur ca. 0,7mm Bauhöhe zur Verfügung.

Nach den zu schmalen Edelstahlschleifern: 
- Der nächste Versuch mit den 0,1mm dünnen Kupferschleifern hat nicht funktioniert, weil die selbstgemachten Kupferschleifer nicht seitenstabil genug waren und auch zu wenig Eigenfederverhalten hatten.  
- Der 3. Versuch waren ebenfalls selbst zu geschnittene 0,1mm dicke Phosphorbronze-Schleifer. Eigentlich das ideale Schleifer-Material. 
Aber leider in meinen Fall (für die zur Verfügung stehende Schleiferlänge) nicht elastisch genug als selbstfedernde Schleifer. Entweder hob es die Vorderräder von der Fahrbahn, oder die Schleifer-Ausfederungswege waren nicht ausreichend. 
- Der 4. Versuch hats dann gebracht. 
Wieder zurück zu den labilen 0,1mm Kupferschleifern mit wenig Eigenfederrungs-Eigenschaften, aber die seitliche Instabilität komplett ausgeklammert durch eine dünne Kunststoff-Folien-Verbindung miteinander. Das ist ein kleiner dünner Kunststoffstreifen-Steifen (im Foto weiß), ausgeschnitten aus einem Schnellhefter und wie eine Verbindungsbrücke mit den beiden Schleiferenden mittels dünnem Teppichklebeband fest verbunden. 
In der Streifenmitte mit einem Mini-Langloch versehen, welches über den Führungsstift gestülpt wird. Das Ganze ist wie ein kleines festes Quadrad, in dem sich alle Teile gegenseitig unterstützen.
Zwischen dem Schleifer-Verbindungsstreifen und der Chassisgrundplatte ist eine kleine kurze Druckfeder (auf etwa ein Drittel gekürzte übliche Schleiferfeder), die beide Schleifer leicht vom Chassis wegdrückt und zusätzlich eine seitliche Pendelbewegung ermöglicht, was bei meinen Fahrbahnverwindungen von Vorteil ist. Weil auf den Führungsstift gesteckt, bleibt die Feder in Position.
 
Die beiden Schleifer, vorne nur mit dem Motor-Anschußkabeln eingeschoben, hinten quer miteinander verbunden, bilden so diese sehr stabile Einheit, die zusätzlich noch nach vorn, durch den Führungsstift, gegen herausrutschen gesichert ist. 
Eigentlich eine ziemlich wilde Konstruktion, aber es funktioniert ziemlich gut.
Das dünne, breite Kupferblech der Schleifer gleitet wunderbar weich über die Stromschienen und hat für meine Bahn einen ausreichend große Aus- bzw. Einfederweg. 

Ansicht durch die Tomy-Fahrbahn, die aktuellen, ca. 5mm breiten Kupferschleifer. Rechts ist die Fahrzeugnase. 
Es ist jetzt kein seitliches Verklemmen an den Stromschienen mehr möglich.
   

Die kleinen Nasen am den Schleiferenden müssten nicht sein, dienen in der Testphase noch als Anschläge für die Schleifer-Einfederungsbegrenzung
Zu sehen auch der Schleifer-Stabilisator, die weiße Kunststoff-Verbindung.
Die Schleifer sind an der vorderen 180°-Biegung für ein weicheres Federungsverhalten noch zusätzlich geschlitzt.
Durch die vielen Einstellversuche und Tests sehen die Schleifer zwar authentisch, aber nicht mehr so gut aus...
   

Unteransicht von hinten, die kleine Druckfeder mit kleiner Scheibe, die verhindert, das sich die Feder durch das Mini-Langloch durch den dünnen Kunststoffstreifen dreht. 
Der Führungsstift hält die Feder in Position.
   

Schleifer von vorne/oben. Den vorderen Teil der Kupferschleifer der Optik halber mit Filzschreiber geschwärzt.
   

Mein derzeitiges Chassis-Fazit
Der Lotus 49 mit dieser Schleifer-Ausführung und dem K30-Motor läuft jetzt in Anbetracht der noch etwas zu schweren Metallkarosserie ziemlich gut. Er hat allerdings wegen des Eigengewichts und vergleichsweise schwacher Magnete am Limit nur einen sehr engen Grenzbereich. 
Da brauch es noch ein paar Verbesserungen.

An der Lotus-Karosserie fehlt noch einiges an der Motorlackierung und auch einige Anbauteile muss ich noch machen. 
Das geht dann weiter unter der Rubrik Karosserie & Resinmodelle.

BG
Hebi
"... beim Beschleunigen müssen die Tränen der Ergriffenheit waagerecht zum Ohr abfließen"   Walter Röhrl 
  -  Wer später bremst, fährt länger schnell  -

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RE: Eigenbau-Chassis #3, schmal, für 67er Lotus - von Hebi - 29-07-2025, 01:51

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