12-02-2025, 00:11
Hallo Jungs,
wie schon im anderen Eigenbau-Chassis-Thread angekündigt, hier nun die Beschreibung und einige Bilder zu meinem Bugatti 35-Projekt.
Am Anfang steht ein schmales und niedriges Racing-Chassis. Das ganze Projekt sollte zunächst nur ein Versuch werden, eine Lösung für schmale Karosserien zu finden.
Dann, um nach vielen hin und her Überlegungen endlich damit anzufangen, war dann ein Bericht über den legendären Bugatti 35 - als Reminiszens an die Geschichte einer zu seiner Zeit überragenden Rennwagen-Konstruktion.
Das wichtigste Bauteil für dieses Eigenbau-Chassis: der unglaublich kleine Motor.
Das Chassis hat jetzt bereits viele Runden hinter sich.
Anfangs war es unfahrbar, weil viel zu leicht. Unfahrbar auch deshalb, der kleine Mikromotor hat überhaupt keine magnetische Wirkung auf die Stromleiter der Fahrbahn bezüglich besserer Haftung, so wie bei den anderen Racing-Chassis der 1:64er Baugröße.
Die meisten dieser Motoren von Tyco 440x2, Tomy SRT/SG+ und LifeLikeT bringen bereits durch ihre starken Ankermagnete (ohne zusätzliche Haftmagnete) von Hause aus bereits einiges an Haftverbesserung mit auf die Bahn.
Das fällt bei diesem extrem kleinen Mikro-Motor völlig weg. Wenn ich das kleine Ding in der Hand halte, kann ich mir gar nicht vorstellen wie winzig der Anker und die Magnete in diesem 7mm-Gehäuse überhaupt sein müssen.
Die Motormagnete unserer gängigen Racing-Chassis bringen da allein schon bezüglich Fahrbahnhaftung eine ganze Menge.
Das hilft dann, nicht nur das mögliche Geschwindigkeitsfenster gegen die Fliehkraft in den Kurven größer zu bekommen, sondern auch beim Beschleunigen und sogar beim Bremsen.
Erst nach etlichen Versuchen mit am Chassis zusätzlich angebrachten kleinen Haftmagneten ist die Balance und das Fahrverhalten hinsichtlich Beschleunigung, Bremsverhalten und Kurvengeschwindigkeit richtig Top geworden - trotz der ziemlich hohen und sehr schmalen Reifen.
Dabei hatte ich anfangs ziemliche Bedenken, dass das Mikro-Motörchen wegen der zusätzlichen Magnete am Chassis überhaupt nicht mehr loslaufen würde… Das hat sich aber glücklicherweise als unbegründet erwiesen.
oben der erste (weiße) Grundträger, mit Achszugang von unten,
verworfen weil zu hoch,
hier auch noch LL-Original-Felgen, 7mm Durchmesser
Mit den umgebauten Felgen, Felgendurchmesser jetzt 8,5mm,
Rad-Durchmesser 12,5mm, Reifen3mm breit
erste Anprobe, man sieht schon, wieviel Raum sich für den Fahrer ergeben
auch der Ausschnitt zu den Sitzen kann wie im Original frei sein, weil nicht
durch einen dicken Motor verschlossen
rechts eine LL-Felge vor dem Umbau
Teile für den Schleifer-Einbau, Löcher für die dünnen Druckfedern, darüber
mit dünner Platte verschlossen, daneben das Halteteil mit der Führungsaufnahme
für den Schleifer
Motoreinbau mit Tape, kl. Haftmagnete angeklebt
hier sieht man, wieviel Platz im Innenraum durch den Mikro-Motor geschaffen wird
links vorne nur ganz schwach zu erkennen, mehrere 1mm-Bohrungen für
den Führungsstift, durch verlagern des Stiftes ist das Fahrverhalten in den
Kurven veränderbar
die seitliche Ansicht zeigt den möglichen tiefen Karosserie-Ausschnitt
(ich hatte mich ja erst kürzlich damit geplagt, für das Chaparral-Indy-Car auf Basis
des LifeLike-M-Chassis die Seitenkästen so tief wie im Original zu bekommen,
was nur teilweise möglich war. Mit diesem Chassis wäre das problemlos gelungen...)
Für diejenigen, die bereit sind, sich etwas mehr Zeit zum Lesen zu nehmen, hier noch einige weitere Angaben…
Gewichtsvergleich: Das fertige Chassis einschließlich Zusatzmagnete (12g) wiegt immer noch 24% weniger als ein Tyco 440x2 (15,7g).
Der kleine Motor ist echt erstaunlich. Beim Kauf hatte ich gehofft, das er von seiner Leistung wenigsten in die Nähe von den (gekapselten) Motoren der Mega G+ kommt, die ja nicht dafür bekannt sind, die Fahrbahn aufzureißen.
Doch ich bin begeistert, was für einen Bumms dieser Motorzwerg hat. Die Intension dafür, es wenigstens zu versuchen, hat sich so was von gelohnt.
Motor-Daten: Außen-Durchmesser nur 7mm, Länge ohne Welle 16,5mm, Motorwelle 1mm dick, 5 polig, ausgelegt für 0,3-4V.
(diese niedrige Spannung stellt kein Problem dar bei meiner Fahrspannung von 15V, weil Vollgas immer nur kurz)
Zum Vergleich: Beim Tyco 440x2 hat allein schon der Anker selbst einen Durchmesser von 9,5mm!
Die tolle Leistung des Mikro-Motors resultiert offenbar aus der 5-Pol-Auslegung (5-Poler haben tendenziell weniger Drehzahl, dafür aber mehr Drehmoment).
Für die Befestigung des runden Motors auf dem Chassis ist mir noch nichts Richtiges eingefallen, der ist einfach zu klein.
Also habe ich auf dem Chassis links und rechts 2 Minileisten wie eine Prismenführung aufgeklebt, den Motor darauf, bzw. dazwischen mit einem Gewebe-Klebeband um das Chassis herum gesichert.
Die Schleifer-Anbaulösung der Kupferschleifer vonTyco war das Schwierigste.
Leider habe ich nicht die Möglichkeit wie bei den Industrie-Ausführungen winzig dünne Langloch-Ausstanzungen in die so dünnen Kupfer-Gegenbleche zu machen.
Nach mehreren Versuchen habe ich die auf die im letzten Foto gezeigte Ausführung gewählt, Schleiferende nach hinten gebogen und dort das Motorkabel angelötet.
Die Schleifer sitzen nicht so präzise, aber sie funktionieren zufriedenstellend und sind stabil.
Leider ist aufgrund des Stromschienenabstandes von 14,5mm bei Tomy-Fahrbahnen zumindest vorne immer eine gewisse Baubreite nötig, das Schleifer-Außenmaß ist dann so um die 19-20mm (je nach Typ).
Das lässt sich aber optisch etwas unterdrücken, wenn man zum Schluss das Chassis schwarz macht.
Um während des Bauens genügend Anhaltspunkte bezüglich Größe und Dimension zu haben, hatte ich mir am Anfang ein einfaches 1:64er Kartonmodell zusammen geklebt. Sieht nicht mehr so aus wie am Anfang, ist durch das viele auf und absetzen immer weicher geworden.
Die schmale (braune) Längsteil des Chassis ist aus „Hartpapier“, auch bekannt als Pertinax. Dieses Material ist sehr hart und verwindungsteif, so dass eine Breite von 10mm völlig ausreicht, bei 1,5mm Dicke. So ist der ganze Hinterbau sehr klein und leicht geworden.
Bei meiner aufgesetzten Bugatti-Atrappe kann man voll durch den Sitzbereich schauen, also viel Platz für den Fahrer, der sogar samt Beine reinpassen könnte.
Die Achszuführung für die Hinterachs-Montage habe ich, um die Achsböcke niedriger machen zu können, nicht wie üblich von unten, sondern von hinten gemacht. Das Einklipsen der Achse und die sichere Fixierung ist bei den kräftigen 1,5 mm dicken PVC-Achslagerböcken genauso zuverlässig wie von unten (PVC hat beim Reindrücken einer glatten Achse keinerlei Verschleiß).
Die Felgen sind LifeLike-Hinterradfelgen mit aufgeklebtem Ring (s.Foto), der den Durchmesser von 7 auf 8,5mm bringt. Die Breite ist 3mm. Zum Schluss noch für einen guten Rundlauf fein abgedreht.
Für die 8-Speichen-Original-Gußräder werde ich versuchen, ein Foto in der entsprechend skalierten Größe auf Selbstklebefolie zu auszudrucken.
Noch gar nicht angedacht habe ich die Befestigung des Bugatti auf dem Chassis. Dafür muss erst mal im nächsten Schritt die Bugatti-Karosserie fertig werden. Ich hoffe, dass noch diesen Monat, zumindest bis zur Grundierung, zu schaffen.
Fazit: Der Bau meines zweiten Chassis hat mir richtig Spaß gemacht, mehr als viele andere Slot-Modellarbeiten.
Deshalb würde mich freuen, wenn dieser Bericht den einen oder anderen auch zum Eigenbau motivieren würde.
BG
Hebi
wie schon im anderen Eigenbau-Chassis-Thread angekündigt, hier nun die Beschreibung und einige Bilder zu meinem Bugatti 35-Projekt.
Am Anfang steht ein schmales und niedriges Racing-Chassis. Das ganze Projekt sollte zunächst nur ein Versuch werden, eine Lösung für schmale Karosserien zu finden.
Dann, um nach vielen hin und her Überlegungen endlich damit anzufangen, war dann ein Bericht über den legendären Bugatti 35 - als Reminiszens an die Geschichte einer zu seiner Zeit überragenden Rennwagen-Konstruktion.
Das wichtigste Bauteil für dieses Eigenbau-Chassis: der unglaublich kleine Motor.
Das Chassis hat jetzt bereits viele Runden hinter sich.
Anfangs war es unfahrbar, weil viel zu leicht. Unfahrbar auch deshalb, der kleine Mikromotor hat überhaupt keine magnetische Wirkung auf die Stromleiter der Fahrbahn bezüglich besserer Haftung, so wie bei den anderen Racing-Chassis der 1:64er Baugröße.
Die meisten dieser Motoren von Tyco 440x2, Tomy SRT/SG+ und LifeLikeT bringen bereits durch ihre starken Ankermagnete (ohne zusätzliche Haftmagnete) von Hause aus bereits einiges an Haftverbesserung mit auf die Bahn.
Das fällt bei diesem extrem kleinen Mikro-Motor völlig weg. Wenn ich das kleine Ding in der Hand halte, kann ich mir gar nicht vorstellen wie winzig der Anker und die Magnete in diesem 7mm-Gehäuse überhaupt sein müssen.
Die Motormagnete unserer gängigen Racing-Chassis bringen da allein schon bezüglich Fahrbahnhaftung eine ganze Menge.
Das hilft dann, nicht nur das mögliche Geschwindigkeitsfenster gegen die Fliehkraft in den Kurven größer zu bekommen, sondern auch beim Beschleunigen und sogar beim Bremsen.
Erst nach etlichen Versuchen mit am Chassis zusätzlich angebrachten kleinen Haftmagneten ist die Balance und das Fahrverhalten hinsichtlich Beschleunigung, Bremsverhalten und Kurvengeschwindigkeit richtig Top geworden - trotz der ziemlich hohen und sehr schmalen Reifen.
Dabei hatte ich anfangs ziemliche Bedenken, dass das Mikro-Motörchen wegen der zusätzlichen Magnete am Chassis überhaupt nicht mehr loslaufen würde… Das hat sich aber glücklicherweise als unbegründet erwiesen.
oben der erste (weiße) Grundträger, mit Achszugang von unten,
verworfen weil zu hoch,
hier auch noch LL-Original-Felgen, 7mm Durchmesser
Mit den umgebauten Felgen, Felgendurchmesser jetzt 8,5mm,
Rad-Durchmesser 12,5mm, Reifen3mm breit
erste Anprobe, man sieht schon, wieviel Raum sich für den Fahrer ergeben
auch der Ausschnitt zu den Sitzen kann wie im Original frei sein, weil nicht
durch einen dicken Motor verschlossen
rechts eine LL-Felge vor dem Umbau
Teile für den Schleifer-Einbau, Löcher für die dünnen Druckfedern, darüber
mit dünner Platte verschlossen, daneben das Halteteil mit der Führungsaufnahme
für den Schleifer
Motoreinbau mit Tape, kl. Haftmagnete angeklebt
hier sieht man, wieviel Platz im Innenraum durch den Mikro-Motor geschaffen wird
links vorne nur ganz schwach zu erkennen, mehrere 1mm-Bohrungen für
den Führungsstift, durch verlagern des Stiftes ist das Fahrverhalten in den
Kurven veränderbar
die seitliche Ansicht zeigt den möglichen tiefen Karosserie-Ausschnitt
(ich hatte mich ja erst kürzlich damit geplagt, für das Chaparral-Indy-Car auf Basis
des LifeLike-M-Chassis die Seitenkästen so tief wie im Original zu bekommen,
was nur teilweise möglich war. Mit diesem Chassis wäre das problemlos gelungen...)
Für diejenigen, die bereit sind, sich etwas mehr Zeit zum Lesen zu nehmen, hier noch einige weitere Angaben…
Gewichtsvergleich: Das fertige Chassis einschließlich Zusatzmagnete (12g) wiegt immer noch 24% weniger als ein Tyco 440x2 (15,7g).
Der kleine Motor ist echt erstaunlich. Beim Kauf hatte ich gehofft, das er von seiner Leistung wenigsten in die Nähe von den (gekapselten) Motoren der Mega G+ kommt, die ja nicht dafür bekannt sind, die Fahrbahn aufzureißen.
Doch ich bin begeistert, was für einen Bumms dieser Motorzwerg hat. Die Intension dafür, es wenigstens zu versuchen, hat sich so was von gelohnt.
Motor-Daten: Außen-Durchmesser nur 7mm, Länge ohne Welle 16,5mm, Motorwelle 1mm dick, 5 polig, ausgelegt für 0,3-4V.
(diese niedrige Spannung stellt kein Problem dar bei meiner Fahrspannung von 15V, weil Vollgas immer nur kurz)
Zum Vergleich: Beim Tyco 440x2 hat allein schon der Anker selbst einen Durchmesser von 9,5mm!
Die tolle Leistung des Mikro-Motors resultiert offenbar aus der 5-Pol-Auslegung (5-Poler haben tendenziell weniger Drehzahl, dafür aber mehr Drehmoment).
Für die Befestigung des runden Motors auf dem Chassis ist mir noch nichts Richtiges eingefallen, der ist einfach zu klein.
Also habe ich auf dem Chassis links und rechts 2 Minileisten wie eine Prismenführung aufgeklebt, den Motor darauf, bzw. dazwischen mit einem Gewebe-Klebeband um das Chassis herum gesichert.
Die Schleifer-Anbaulösung der Kupferschleifer vonTyco war das Schwierigste.
Leider habe ich nicht die Möglichkeit wie bei den Industrie-Ausführungen winzig dünne Langloch-Ausstanzungen in die so dünnen Kupfer-Gegenbleche zu machen.
Nach mehreren Versuchen habe ich die auf die im letzten Foto gezeigte Ausführung gewählt, Schleiferende nach hinten gebogen und dort das Motorkabel angelötet.
Die Schleifer sitzen nicht so präzise, aber sie funktionieren zufriedenstellend und sind stabil.
Leider ist aufgrund des Stromschienenabstandes von 14,5mm bei Tomy-Fahrbahnen zumindest vorne immer eine gewisse Baubreite nötig, das Schleifer-Außenmaß ist dann so um die 19-20mm (je nach Typ).
Das lässt sich aber optisch etwas unterdrücken, wenn man zum Schluss das Chassis schwarz macht.
Um während des Bauens genügend Anhaltspunkte bezüglich Größe und Dimension zu haben, hatte ich mir am Anfang ein einfaches 1:64er Kartonmodell zusammen geklebt. Sieht nicht mehr so aus wie am Anfang, ist durch das viele auf und absetzen immer weicher geworden.
Die schmale (braune) Längsteil des Chassis ist aus „Hartpapier“, auch bekannt als Pertinax. Dieses Material ist sehr hart und verwindungsteif, so dass eine Breite von 10mm völlig ausreicht, bei 1,5mm Dicke. So ist der ganze Hinterbau sehr klein und leicht geworden.
Bei meiner aufgesetzten Bugatti-Atrappe kann man voll durch den Sitzbereich schauen, also viel Platz für den Fahrer, der sogar samt Beine reinpassen könnte.
Die Achszuführung für die Hinterachs-Montage habe ich, um die Achsböcke niedriger machen zu können, nicht wie üblich von unten, sondern von hinten gemacht. Das Einklipsen der Achse und die sichere Fixierung ist bei den kräftigen 1,5 mm dicken PVC-Achslagerböcken genauso zuverlässig wie von unten (PVC hat beim Reindrücken einer glatten Achse keinerlei Verschleiß).
Die Felgen sind LifeLike-Hinterradfelgen mit aufgeklebtem Ring (s.Foto), der den Durchmesser von 7 auf 8,5mm bringt. Die Breite ist 3mm. Zum Schluss noch für einen guten Rundlauf fein abgedreht.
Für die 8-Speichen-Original-Gußräder werde ich versuchen, ein Foto in der entsprechend skalierten Größe auf Selbstklebefolie zu auszudrucken.
Noch gar nicht angedacht habe ich die Befestigung des Bugatti auf dem Chassis. Dafür muss erst mal im nächsten Schritt die Bugatti-Karosserie fertig werden. Ich hoffe, dass noch diesen Monat, zumindest bis zur Grundierung, zu schaffen.
Fazit: Der Bau meines zweiten Chassis hat mir richtig Spaß gemacht, mehr als viele andere Slot-Modellarbeiten.
Deshalb würde mich freuen, wenn dieser Bericht den einen oder anderen auch zum Eigenbau motivieren würde.
BG
Hebi
"... beim Beschleunigen müssen die Tränen der Ergriffenheit waagerecht zum Ohr abfließen" Walter Röhrl
- Wer später bremst, fährt länger schnell -
- Wer später bremst, fährt länger schnell -



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Man sollte dieses 5polige Motörchen mal vergleichsweise bei Dragster-Rennen einsetzen...
