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Faller AMS – Die große Fahrzeug-Enzyklopädie
#47
Hallo Zusammen,

ich mag in Kürze noch Rückmeldung zu allen tollen Beiträgen geben, danke vorab Smile Da ich die letzten Wochen nach der Geburt unserer Zwillinge (Kind 3+4) dann doch etwas eingespannt war, komme ich so langsam mal wieder in Richtung Hobby Wink

Viele Grüße,
der Seb

(30-08-2025, 13:49)Ulrich schrieb: Ich denke, man kann davon ausgehen, dass Farben und/oder Reste nach dem Zufallsprinzip zusammengekippt wurden. Wenn "Rot" angesagt war oder "Blau" hat man wohl angemischt was in etwa passte.

Die Autoren haben akribisch geforscht, können aber "das Weltmeer" nicht zur Gänze ausloten.

Grüße
Ulrich

P.S Eine Vorbildfarbe für den VW war im Original "Golfblau L 390". Diese ist mal besser, mal schlechter getroffen.
https://www.tristarcolor.com/autolacke/v...spruehdose

Lieber Ulrich,
dieses eine "Mysterium" des Farben zusammenkippens und diesem "Ruf", dem man den Faller-Produkten damit aufgedrückt hat über die letzten Jahrzehnte, werden wir noch in einem unserer letzten Bücher abschaffen. Es ist wahr, dass im HANDEL seinerzeit unglaublich viel einfach "gemacht" wurde - trotz dessen, dass Faller auch dem mittels klar geregelten Geschäftsbeziehungen von Beginn an versuchte, Herr zu werden. Aber wenn munter lustig Fahrzeuge in Geschenkpackungen getauscht wurden, weil der Bub vor der Ladentheke den Käfer statt den 17M in der Box haben wollte, da wird es dem ein oder anderen Verkäufer sicherlich egal gewesen sein - Hauptsache Umsatz Wink
Seitens Faller war so gut wie JEDE (!) für uns heute kurios erscheinende Bestückung oder "Abweichung" vom Normalen bewusst und geplant. Das bedeutet, dass jede Farbe exakten Farbvorgaben nach zusammengestellt und gemischt wurde - anders ließe sich allein schon nicht erklären, wie viele Modelle teils über Jahrzehnte hinweg mit identischen Farbnuancen produziert werden konnten.
Und "so gut wie" bedeutet für mich ca. 99,99%. Die absoluten Ausnahmen finden sich in unseren Büchern und selbst diese sind mit entsprechendem Hintergrundwissen sogar erklärbar, da ich teilweise sogar mit den Menschen gesprochen habe, die diese Kuriositäten vor Jahrzehnten fertigten.
Ein Beispiel im Anhang, nur als Grund-Idee: Der Opel Diplomat wurde wie die vielen hundert anderen Artikel einem klaren Konzept und Prozess nach gefertigt. Auch in den 60er Jahren gab es Waagen, gab es Thermometer - und gab es TONNENWEISE Ausschuss, wenn etwas der ersten bzw. zweiten Kontrolle missfiel. Weißliche Maserungen in den pink- und blautönen - sind bekannt. Seltener mal in Rottönen, unfassbar selten schwarze Maserungen in rot- bzw. grüntönen. Wenn so wahllos alles zusammengekippt worden sein soll - wo sind dann die abertausenden Karosserien, wo man extreme Farbnuancen findet? und Maserungen, wenn man mal auf nicht-gereinigte Maschinenteile zu sprechen kommen möchte? Nein, tut mir leid, bei Faller gab es das schlichtweg nicht. Punkt. Faller war für die damalige Zeit bemerkenswert weit und hochentwickelt in der Prozessabwicklung - wie sonst, hätte allein im Startjahr des Auto Motor Sport ein Umsatz von über 30 Millionen DM erzielt werden können, wenn nicht alles bis ins letzte Detail durchdacht und kontrolliert wird? Wer sich mal allen ernstes in die Tiefe Gedanken macht, was allein das Ersatzteilgeschäft -  mit TAUSENDEN von Händlern im In- und Ausland - an Organisationsaufwand bedeutet hat, wenn Optiker Müller 10 Schleifer und 50 Ersatzkohlen bestellen konnte... - von den gezeigten Produktionsdatenblättern existieren über 6.000 Stück, teilweise inklusive Arbeitsplatzbeschreibungen, bei der die Arbeiter die exakten Griffreihenfolgen beim Produktionszyklus der manuellen Fließbandarbeit vorgegeben bekommen haben: "Rechte Hand greift Styroportbeutel, linke Hand greift Schublade A Ablagefach 2. Linke Hand setzt Montageteil 742 in Mulde B..." und so weiter...
Das finale Werk wird vieles auflösen und Fa.Faller an die Position ihrer Zeit heben, die sie sich erarbeitet und verdient haben.
Und dabei geht es nicht darum, wer von wem wann welche Idee "geklaut" oder nachgemacht hat oder wer wann welchen "falschen" Schritt gewagt oder welches Modell nicht dem Maßstab entsprach oder sowas, nein. Es geht vor allem darum zu erkennen, dass es ein Wirtschaftsunternehmen war, dass seiner Zeit weit voraus gewesen ist, mit einer Innovations- und Schöpfungskraft, die nachhaltig Maßstäbe setzt und einer Prozessorientierung, von der sich heute - vor allem im Mittelstand - Millionen Betriebe in Deutschland noch meilenweit entfernt befinden. Und es wird Mysterien beleuchten, die die letzten Jahrzehnte die Sammler-Welt beschäftigt haben - sei es der Verbleib der Formen, Geschichten von versunkenen Schiffen und verschollenen Güterwaggons und vieles vieles Mehr....!
In diesem Sinne, in den kommenden Tagen noch ein wenig mehr Rückmeldung meinerseits und bis dahin - allzeit Gute Fahrt Smile


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RE: Faller AMS – Die große Fahrzeug-Enzyklopädie - von Sytronic47 - 31-08-2025, 09:10

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