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Faller AMS – Die große Fahrzeug-Enzyklopädie
#50
Danke für die Erläuterungen, Sebastian. Und Glückwunsch zu Zwillingen. Da geht's erst mal rund ... .

Die zahlreichen Farbnuancen sind spannend, auch in der realen Autowelt wurden, bevor die Metalliclackierung die Regel wurde, die Farben stetig immer wieder neu gemischt. Die Farbpaletten des Käfers n den 50er und 60er Jahren zeigen es exemplarisch auf.

Ob jede Fallerfarbnuance hier bewusst angemischt oder bei kleinen Abweichungen nur toleriert wurde, werden wir wohl nicht mehr rekonstruieren können. Klar ist aber, dass das, was das Werk verliess, eben "Original Faller" war. Ich erinnere mich noch gut an meinen ersten weiss marmorierten hellblauen 356er. Später gab es das dann nicht mehr. Das zeigt auch, das die Entwicklung und Produktion immer weiter verfeinert wurde.

Als Kind habe ich mich schon damals zunächst über den Chrom geärgert, wiewohl ich den 230 SL faszinierend fand, insbesondere als frühe Ausführung noch mit den grauen Felgen in der Vitrinenschachtel mit der "Selen-Ersatzgleichrichterplatte". Ansonsten war mir das aber alles zuviel Bling-Bling. Der Cadillac und der FIAT haben mich dann aber damit versöhnt. Aber etwa ab da wurden die Farben verlässlich reproduziert. Was die Sache an sich ja auch langweiliger macht ... . Heute jage ich den frühen Kopien nach, ein hellgelber Ford etwa, der mir durch die Lappen ging und ein schwarzer Käfer, den ich erbeuten konnte.

Diese ganzen akribisch geführten Unterlagen bei der Firma Faller müssten doch eigentlich auch hergeben, ab wann und bis wann welche Motor- und Chassisvarianten in welcher Karosserie verbaut wurden? Das ist noch ein weites Feld, Mathis' ebenfalls akribischer Dokumentation zum Trotz.
Ein "letztes" Buch, lieber Sebastian, sehe ich deshalb eher noch nicht am Horizont, eher ein vor- oder vorvorletztes ... .

Und dann kommt ja noch die Einordnung der Modelle in die damalige gesellschaftliche Rangordnung. Der Unternehmer mit dem 220 S auf dem Weg zu seiner Villa im Tessin, der Prokurist mit dem FIAT 1800 zum Hotelcafe in den Schwarzwald, Der Angestellte mit dem 17m zur Fremdenpension mit aufgemaltem Reh an der Hauswand, der Arbeiter mit dem VW zum Bauernhofzimmer in die Sommerfrische. Und alle fanden sich dann zusammen zum Waldspaziergang mit Hochsitz oder Bergkapelle. Für alles hatte Faller das passende Umfeld im Sortiment. Das ist das eigentliche Faszinosum und zugleich, ich wage es zu sagen, Kulturgut als Abbild einer Zeit, die wir heute wohl als verloren ansehen müssen. Eine entsprechende Faller Renaissance und umfassende Würdigung des Gesamtwerks durch den Kunst- und Kulturbetrieb steht deswegen meiner Meinung nach eigentlich noch bevor.

Grüße aus dem Urlaub!

Ulrich

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RE: Faller AMS – Die große Fahrzeug-Enzyklopädie - von Ulrich - 08-09-2025, 03:59

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